InsightsPricing 101Cost-Based Pricing — der Klassiker mit verschiedenen Spielarten
Pricing-Methode

Cost-Based Pricing — der Klassiker mit verschiedenen Spielarten

Lesezeit: 4 Min.

Cost-Plus ist nur eine Variante. Cost-Based Pricing ist der Oberbegriff für eine ganze Familie kostengetriebener Methoden — und der stille Default in vielen Industrien, oft ohne bewusste Entscheidung.

Worum es geht

Cost-Based Pricing ist der Sammelbegriff für Pricing-Methoden, deren Ausgangspunkt die eigene Kostenstruktur ist. Dazu gehören Cost-Plus, Markup-Pricing, Break-Even-Pricing und Target-Return-Pricing. Gemeinsamer Nenner: Der Markt liefert keinen direkten Input für die Preisbildung — die interne Kalkulation ist der primäre Treiber.

Wie es in der Praxis funktioniert

  • Industriegüter mit langen Produktlebenszyklen: Stabile Kostenkalkulation als Preisbasis über mehrere Jahre.
  • Öffentliche Beschaffung: Cost-Plus mit definiertem Aufschlag ist in Vergaberichtlinien verankert.
  • Handwerk und Dienstleistung: Stundensätze entstehen aus Personal-, Material- und Gemeinkosten plus Zielmarge.

Was Kunden gewinnen

  • Stabile, planbare Preise mit klarer kostenseitiger Logik.
  • Transparenz über Preistreiber und Preisentwicklung.
  • Faire Korridore in regulierten oder vertraulich verhandelten Geschäften.

Was Anbieter gewinnen

  • Margensicherheit bei korrekter Kostenrechnung.
  • Einfachheit und Skalierbarkeit der Preisbildung.
  • Klare Argumentationsbasis in Verhandlungen.

Wo Vorsicht geboten ist

  • Marktblindheit: Wertwahrnehmung und Wettbewerb fließen nicht ein.
  • Kostenrechnungsrisiko: Falsch zugeordnete Gemeinkosten verschleiern Margen.
  • Innovationsbremse: Neue Produkte werden zu Plan-Selbstkosten kalkuliert, statt am Markterlös ausgerichtet.

Wann passt die Methode?

Cost-Based Pricing eignet sich als Boden für regulierte Märkte, langfristige Lieferverträge und Long-Tail-Sortimente mit geringer Wertvariation. Wer im Wettbewerbsmarkt rein cost-based unterwegs ist, lässt strukturell Marge liegen — zumindest die obere Grenze sollte aus Wettbewerb oder Wertwahrnehmung kommen.

Andreas Stauber

Founder & Geschäftsführer Resilient Value GmbH

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