Eine Fixgebühr für den Zugang, ein variabler Preis für die Nutzung — das Modell trennt Erlös aus Bindung und Erlös aus Verbrauch sauber voneinander.
Worum es geht
Beim Two-Part Tariff zahlen Kunden eine fixe Grundgebühr (Zugang, Mitgliedschaft, Lizenz) zuzüglich eines variablen nutzungsabhängigen Preises. Das Modell entkoppelt Bindung von Verbrauch und ermöglicht differenzierte Erlössteuerung.
Wie es in der Praxis funktioniert
- Energieversorger: Grundgebühr pro Zähler plus Verbrauchspreis je kWh.
- Mobilfunk: Monatliche Grundgebühr plus Datenpakete oder Drittlandsroaming.
- B2B-Software: Lizenzpreis pro Nutzer plus Gebühren für Transaktionen oder API-Calls.
Was Kunden gewinnen
- Berechenbarkeit der Grundkosten.
- Niedrige Hürde für gelegentliche Nutzung.
- Differenzierte Tarife je nach Nutzungsintensität.
Was Anbieter gewinnen
- Stabile Grunderlöse unabhängig von Nutzungsschwankungen.
- Skalierung der Erlöse mit Kundenintensität.
- Bessere Steuerung von Investitionen in Infrastruktur.
Wo Vorsicht geboten ist
- Eintrittsbarriere: Hohe Grundgebühren halten preissensible Segmente fern.
- Wahrnehmungsfalle: Kunden verrechnen Fix- und Verbrauchskosten oft nicht korrekt.
- Komplexität: Multiple Tarifkomponenten erfordern klare Kommunikation.
Wann passt die Methode?
Two-Part Tariff eignet sich für Geschäftsmodelle mit hohen Bereitstellungskosten und stark schwankender Nutzung. In Geschäften mit gleichmäßigem Verbrauch ist eine reine Pauschalgebühr meist transparenter und kommunikativ leichter zu führen.
Andreas Stauber
Founder & Geschäftsführer Resilient Value GmbH
