InsightsPricing 101RRP Minus — der Discount, den der Markt erwartet
Pricing-Methode

RRP Minus — der Discount, den der Markt erwartet

Lesezeit: 3 Min.

Der Listenpreis des Herstellers wird zur Referenz, der eigene Preis als prozentualer Abschlag kommuniziert. RRP Minus ist Standard im Handel — und prägt Erwartungshaltung mehr, als manchem Hersteller lieb ist.

Worum es geht

Bei RRP Minus Pricing (Recommended Retail Price Minus) wird der Preis als Abschlag auf einen vom Hersteller vorgegebenen Listpreis (UVP) kommuniziert. Der Mehrwert für den Kunden liegt in der wahrgenommenen Ersparnis gegenüber der Listenreferenz.

Wie es in der Praxis funktioniert

  • Konsumgüter-Handel: "30 % unter UVP" als Standardkommunikation.
  • Online-Marktplätze: Plattformen wie Amazon zeigen Streichpreise als Referenz an.
  • Industrie-Distribution: Großhandels-Konditionen bilden gestaffelte Abschläge auf Hersteller-Listpreis ab.

Was Kunden gewinnen

  • Klare Ersparnisgröße als Entscheidungssignal.
  • Vergleichbarkeit über mehrere Händler hinweg.
  • Verhandlungsbasis bei direkter Beschaffung.

Was Anbieter gewinnen

  • Stabiler Listpreis-Anker auch bei intensiver Aktion.
  • Differenzierung über Konditionentiefe statt Listpreisniveau.
  • Klare Steuerung über Vertriebskanäle und Kundengruppen.

Wo Vorsicht geboten ist

  • Listenpreis-Inflation: UVP wird künstlich erhöht, um höhere Abschläge zu zeigen — rechtlich riskant (PAngV, Omnibus-Richtlinie).
  • Wahrnehmungsfalle: Vollpreise außerhalb von Aktionen wirken überteuert.
  • Margenrisiko: Wer ständig in Aktion ist, nimmt das Listpreisniveau dauerhaft heraus.

Wann passt die Methode?

RRP Minus eignet sich für Sortimente mit klar etabliertem UVP und mehrstufigem Vertrieb. Voraussetzung sind disziplinierte Listenpreis-Pflege und konsequente Aktionssteuerung. In Märkten ohne stabile UVP-Logik (Custom-B2B, Projektgeschäft) ist das Modell strukturell ungeeignet.

Andreas Stauber

Founder & Geschäftsführer Resilient Value GmbH

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